Café Feuerherz: Unter der Orgel rockt es.

Es gibt Orte, die einen erwischen. Die man betritt und sofort spürt: Hier passiert etwas, das größer ist als der Moment. Das Café Feuerherz der Sozialkirche Gaarden ist so ein Ort.

Über uns die Orgelpfeifen der alten St.-Matthäus-Kirche. Vor uns: ein dankbares, aufmerksames, warmes Publikum. Kiel in seiner schönsten Form.

Kirche neu gedacht – die Geschichte des Ortes

Die einmalige Chance, im ehemaligen Kirchengebäude St. Matthäus ein neues soziales Begegnungszentrum zu schaffen, ergab sich aus der Zusammenlegung der Gaardener Kirchengemeinden St. Johannes, St. Markus und St. Matthäus – verbunden mit dem dringenden Bedarf der Kieler Tafel nach größeren Räumlichkeiten für ihre Lebensmittelausgabe im Stadtteil. Aus einer Kirche, die ihren ursprünglichen Zweck verlor, entstand etwas Neues: ein Zentrum für alle.

Die Stärken der drei Kooperationspartner stadt.mission.mensch gGmbH, Kieler Tafel e.V. und Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Gaarden bilden die Säulen des Stadtteilprojekts Sozialkirche Gaarden. Der Tafel-Laden, das Café, soziale und kulturelle Veranstaltungen, Seelsorge und Sozialberatung sind die ständigen Angebote.

Die Kirchengemeinde Gaarden liegt in einem bunten, lebendigen, aber auch armen Stadtteil von Kiel – mit hoher Arbeitslosenquote und vielen Menschen mit Migrationshintergrund. Genau hier, mitten in dieser Realität, steht das Feuerherz. Nicht abseits davon.

Was das Feuerherz leistet

Neben Lebensmitteln werden in der Kirche eine Menge anderer Angebote für die Menschen organisiert: das Café Feuerherz, ein Raum der Stille sowie professionelle Beratungsangebote der Stadtmission, von Suchtberatung bis Hilfe bei Arbeitslosigkeit. Die Begegnungsstätte soll den Menschen helfen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig zu unterstützen. Sie bietet einer Vielzahl von langzeitarbeitslosen Menschen aus Gaarden eine Arbeitsgelegenheit.

Das Café Feuerherz ist eine Begegnungsstätte für jeden, egal welcher Herkunft oder Religionszugehörigkeit mit Speisen und Getränken zu günstigen Preisen in freundlicher Atmosphäre. Mittwochs gibt es ein Sprach-Café für alle, die Deutsch üben oder einfach Menschen kennenlernen wollen. Donnerstags einen offenen Spieltreff. Und einmal im Monat Musik natürlich! 

Church goes Rock – und wir waren dabei

Unter dem Motto „Church goes Rock“ bietet die Sozialkirche an jedem ersten Freitag im Monat, von September bis Mai, ein kostenfreies Konzert wechselnder Bands und Solokünstlerinnen und -künstler – für Menschen jeder Religions- und Glaubensgemeinschaft. Das Konzept ist so einfach wie genial: Die Türen offen, der Eintritt frei, die Musik laut – und alle sind willkommen.

Und das Publikum? Dankbar, neugierig, offen. Menschen, die sich kennen und Menschen, die sich gerade erst begegnen. Rentnerinnen neben Studenten, Gaardener Urgesteine neben Neuzugezogenen, Gläubige und Ungläubige – vereint unter einer alten Kirchendecke mit neuer Aufgabe.

Unsere Texte fanden in diesem Raum eine Resonanz, die wir so nicht erwartet hatten. Vielleicht, weil der Ort selbst schon dafür steht: Singen was ist. Wirklichkeit anerkennen. Menschen sehen wie sie sind.

Danke an die Sozialkirche, das Team vor Ort und Pastorin Ragni Mahajan für die Einladung. Danke an das Publikum für die Wärme. Und danke an Gaarden, das uns jedes Mal überrascht.

Wer selbst einen Blick riskieren will: stadtmission-mensch.de – Sozialkirche Gaarden – und beim nächsten „Church goes Rock“ einfach vorbeikommen. Eintritt frei. Für alle.

 

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